Zur "Sicherung der Abschiebung" können die Behörden bei Gericht einen Haftantrag stellen. Nach europäischem Recht darf diese Ingewahrsamnahme nicht zu den Bedingungen von Strafhaft stattfinden. Schließlich handelt es sich nicht um verurteilte StraftäterInnen, sondern um sogenannten „Zivilhäftlinge“.

In Deutschland liegt die Ausgestaltung der Abschiebungshaft in der Verantwortung der Bundesländer. Die Bedingungen sind sehr unterschiedlich, an einigen Orten findet der Abschiebungsgewahrsam innerhalb von Justizvollzugsanstalten (Gefängnissen) zu den dortigen Bedingungen statt, anderswo in speziellen Abschiebungshaftgefängnissen.

In vielen Hafteinrichtungen werden Männer untergebracht, in einigen gibt es auch Plätze für Frauen. Soll die Abschiebung einer Familie durchgesetzt werden, wird in der Regel der Familienvater inhaftiert. In einigen Bundesländern werden auch unbegleitete minderjährige Flüchtlinge zusammen mit Erwachsenen inhaftiert.

Das geplante Netzwerk hat das Ziel, den Fachaustausch zur Umsetzung und Ausgestaltung von Abschiebungshaft zu verstärken und so die Abschaffung von Abschiebungshaft oder zumindest die Verbesserung in den Haftbedingungen grenzüberschreitend voran zu treiben sowie die in der Beratung und Unterstützung von Abschiebungshäftlingen Engagierten mit einander zu vernetzen.

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