EinwohnerInnen: 38,27 Millionen, Anteil AusländerInnen: 0,1 Prozent.

Nationale Minderheiten: Die größte Gruppe stellen mit 2,1 Prozent die SchlesierInnen. Daneben gibt es KaschubInnen, Deutsche, TschechInnen, UkrainerInnen, Roma, WeißrussInnen, SlowakInnen, TartarInnen und ArmenierInnen.

Geografie: 312.685 Quadratkilometer. EU-Außengrenze mit Russland, Weißrussland und der Ukraine.

EU-Mitgliedschaft: Seit 1. Mai 2004.

Politik: Regierungschef Donald Tusk von der konservativ-liberalen Bürgerplattform (Platforma Obywatelska, PO) führt eine Koalition mit der deutlich kleineren, gemäßigt-konservativen Polnischen Bauernpartei (Polskie Stronnictwo Ludowe, PSL, auch Volkspartei genannt). Zusammen halten die beiden Parteien im Sejm, dem polnischen Parlament, seit den letzten Wahlen im Oktober 2011 255 Sitze von 460. Größte Oppositionspartei mit 157 Abgeordneten ist die sehr konservative Partei Recht und Gerechtigkeit (Prawo i Sprawiedliść , PiS).

Religionen: 96 Prozent katholisch, daneben kleine orthodoxe, jüdische, muslimische und protestantische Minderheiten.

Flüchtlinge: Das polnische Büro des UNHCR zählte Mitte 2013 in dem Land 15.911 anerkannte und geduldete Flüchtlinge sowie 3.537 AsylbewerberInnen. Hinzu kommen 10.825 Staatenlose. 2012 wurden nach UNHCR-Angabenhttp://www.unhcr-centraleurope.org/en/where-we-work/operations-in-central-europe/poland.html 10.761 Asylanträge gestellt, 12 davon von unbegleiteten Minderjährigen. 106 Anträge wurden im gleichen Jahr anerkannt und in 477 weiteren Fällen hätten die AntragstellerInnen „einen vergleichbaren Schutz“ bekommen. Die meisten Flüchtlinge seien aus Russland, Georgien, Armenien, Kasachstan und Syrien gekommen.

Radio Free Europe schreibt http://www.rferl.org/content/poland-chechnya-asylum-seekers-germany-limo/25075082.htmlvon einem Anwachsen der Flüchtlingszahlen aus Tschetschenien im Jahre 2013. Nahezu 20.000 hätten im vergangenen Jahr in Polen und Deutschland Asyl beantragt. Zwischen 2008 und 2009 seien 3.000 TschetschenInnen entweder als Flüchtlinge anerkannt worden oder hätten einen vergleichbaren Schutzstatus bekommen. 2010 seien die Anerkennungszahlen aber drastisch zurückgegangen, und in den Jahren seit dem hätten nur noch 600 Schutz gefunden. Oft leben sie in erbärmlichen Verhältnissen. Aus Bialystok, an der Grenze zu Weißrussland berichtet das Radio von Angriffen von Skinheads auf die dort lebenden tschetschenischen Flüchtlinge. Der Nachrichtendienst der Vereinten Nationen berichtete Mitte 2013 davon, dass viele Flüchtlinge in Polen entweder obdachlos seien oder schwer unter drohender Obdachlosigkeit litten.

Weitere Informationen auf Englisch (dort auch Links zu Informationen für Asylsuchende auf Polnisch, Farsi, Arabisch und Französisch)

Migration: Laut OECD-Statistikhttp://stats.oecd.org/Index.aspx?DataSetCode=MIG zogen 2011 rund 41.000 AusländerInnen nach Polen zu. In den Jahren zuvor waren die Zahlen ähnlich oder etwas niedriger. Über die Fortzüge von AusländerInnen macht die Statistik keine Aussagen. Nach anderen Angaben, die auf dem CIA-Factbook basieren, hat Polen seit mindestens dem Jahre 2000 eine nahezu gleichbleibend negative Wanderungsbilanz. Das heißt, das Land verliert jährlich durch Wanderungsbewegungen unter dem Strich knapp 0,5 EinwohnerInnen auf 1000 BewohnerInnen. Nach offiziellen Statistiken leben rund 2,1 Millionen Polen im Ausland, meist als ArbeitsmigrantInnen in anderen EU-Staaten.

Unklar ist, inwiefern die Einwanderungsstatistiken die nicht niedrige Zahl illegalisierter Einwanderer berücksichtigt, die in Polen arbeitet. Verschiedene Schätzungen liegen zwischen 40.000 und 400.000, wobei der höhere Wert der Wahrheit vermutlich näher kommt. Meist kommen die Betroffenen aus der Ukraine, andere wichtige Herkunftsländer sind Weißrussland und Vietnam. Amnestien für EinwandererInnen ohne Aufenthaltserlaubnis haben 2003, 2007 und 2011 nur jeweils einigen wenigen Tausend Menschen einen legalen Status verschafft.

Weitere Informationen: