EinwohnerInnen: 2,986 Millionen, 0,7 % AusländerInnen.

Nationale Minderheiten: 6,6 % Polnisch, 5,8 % Russisch, 1,2 % Weißrussisch, 0,5 % Ukrainisch, kleine Gruppen Lipka-Tatarisch, Karäerisch und anderen.

Geografie: 65.301 Quadratkilometer, EU-Außengrenze mit Russland und Weißrussland.

EU-Mitgliedschaft: Seit 1. Mai 2004.

Politik: Seit Ende 2012 führt Ministerpräsident Algirdas Butkevičius von der Sozialdemokratischen Partei Litauens (Lietuvos Socialdemokratų Partija, LSDP) eine Koalition seiner Partei mit der eher liberalen Arbeitspartei (Darbo partija, DP), der liberaldemokratischen Partei Ordnung und Gerechtigkeit (Tvarka ir teisingumas, TT) sowie der Polnische Wahlaktion (Litauisch: Lietuvos lenkų rinkimų akcija, LLRA; Polnisch: Akcja Wyborcza Polaków na Litwie, AWPL). Bei den Wahlen im Oktober 2011 erhielt die LSDP 38 von 141 Sitzen, die DP 29, TT 11 und die AWPL 8 Sitze. Größte Oppositionspartei ist die konservative Vaterlandsunion - Cristdemokraten (Tėvynės Sąjunga – Lietuvos krikščionys demokratai, TS-LKD), die 33 Sitze erzielte und zuvor die Regierung gestellt hatte.

Religionen: 77 % Katholisch, 4 % Orthodox, 6 % religionslos, Minderheiten sind Protestantscih, Jüdisch und Muslimisch.

Flüchtlinge: Nach Angaben der litauischen Behörden wurden im Jahre 2012 627 Anträge auf Asyl angenommen und 632 entschieden. Nur 13 Personen wurden als Flüchtlinge anerkannt, 111 erhielten einen anderen Schutzstatus („subsidiary protection“). Nach Angaben des UNHCR ist die Anerkennungsquote in dem baltischen Staat stark rückläufig. 2008 habe sie noch 63 %, 2009 29 %und 2010 acht %betragen. 2012 waren es dann, wie sich aus den obigen Zahlen ergibt, nur noch 2,01 Prozent.

Erschwerend kommt hinzu, dass der ersatzweise vergebene Schutzstatus einen befristeten Aufenthaltstitel unter erbärmlichsten Bedingungen bedeutet. Nach Angaben des UNHCR beinhaltet „subsidiary protection“ einen temporären Aufenthaltstitel aber keinen Zugang zu sozialen und medizinischen Leistungen, kein Recht auf Sozialwohnungen sowie kein Recht auf Familienzusammenführung. Auch nicht bei längerem Aufenthalt. Die UN-Organisation gibt an, deswegen wiederholt bei der Regierung in Vilnius vorstellig geworden zu sein, aber bisher ohne Ergebnis. Die Aufenthaltserlaubnis könne je nach Lage der Menschenrechte in dem Herkunftsland verlängert werden.

Rund die Hälfte sowohl der Neuanträge als auch der Entscheidungen betraf 2012 Personen aus Georgien, denen allerdings kein Schutz gewährt wurde. Die beiden nächst großen Gruppen machten AfghanInnen und BürgerInnen der russischen Föderation aus. Ein Afghane von 97 wurde als Flüchtling anerkannt, rund 36 Prozent erhielten einen ersatzweisen Schutzstatus, das heißt, den oben erwähnte subsidiären Schutz. Von den russischen BürgerInnen erhielt keine Person Asyl, aber 48 Prozent einen subsidiären Schutz.

44 Asylsuchende wurden 2012 laut Pro Asyl aufgrund der Dublin-Verordnung nach Litauen zurückgeschoben, 14 von ihnen zum wiederholten Male. Die Verordnung sieht vor, dass Flüchtlinge nur in einem Mitgliedsland (EU plus Norwegen, Island und Schweiz) Asyl beantragen können und ggf. in dieses von anderen Ländern zurückgeschoben werden, sollten sie dort einen weiteren Asylantrag stellen oder ohne Aufenthaltsberechtigung aufgegriffen werden.

Einwanderung: Litauen hat seit Anfang der 1990er Jahre eine negative Wanderungsbilanz. 2011 und 2012 hat sie sich allerdings deutlich verkleinert, da es einen sprunghaften Anstieg der Rückwanderung litauischer BürgerInnen gab. In diesen beiden Jahren betrug der Anteil von AusländerInnen am Zuzug 11 % (2011) und 13 % (2012) oder in absoluten Zahlen 1700 und 2500 Personen. Zumeist kamen sie aus der Russischen Föderation (526 im Jahre 2012), der Ukraine (377), Belarus (363), Polen (137) und Lettland (113).

Nach Angaben der statistischen Behörde Litauens sind 2011 53.900 und 2012 41.100 Personen aus Litauen fortgezogen. Im Durchschnitt der Jahre 2005 bis 2012 wanderten jährlich 46.900 Personen ab. Einen Überblick der Zu- und Abwanderung über die letzten zehn Jahren gibt es hier: http://123.emn.lt/en/general-trends/migration-10-years-overview.

Litauischen Behörden geben pro Jahr einige Tausend Arbeitserlaubnisse aus. Die Zahl schwankte zwischen weniger als Tausend in 2003 und knapp 8000 im Jahre 2008. Zuletzt waren es 4600, Tendenz zunehmend. Rund 1200 Menschen wurden 2012 aus Litauen abgeschoben. Die meisten nach Russland und Weißrussland.

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