EinwohnerInnen: 2,07 Millionen, 16,3 % AusländerInnen. Nach Angaben des UNHCR gab es Anfang 2011 326.000 sogenannter Nicht-BürgerInnen und 171 staatenlose Personen. Mit Ersterem sind EinwohnerInnen gemeint, die nach der Unabhängigkeit Lettlands im Jahre 1990 noch keine Staatsbürgerschaft bekommen haben.

Nationale Minderheiten: 26,9 % Russisch, 3,3 % Weißrussisch, 2,2 % Ukrainisch, 2,2 % Polnisch, 1,2 % Litauisch und andere. Etwa ein Drittel der russischen Bevölkerung ist staatenlos, oder „Nicht-Bürger“, wie die offizielle Bezeichnung lautet. 2012 scheiterte ein Versuch, Russisch als zweite Amtssprache zu etablieren. Im gleichen Jahren wurde ein Volksbegehren, dass den uneingeschränkten Zugang zur lettischen Staatsbürgerschaft ermöglichen sollte, von der Wahlkommission als nicht mit der Verfassung vereinbar abgelehnt. Für den Erwerb der Staatsbürgerschaft ist der Nachweis lettischer Sprachkenntnisse erforderlich. Die Zahl der Einbürgerungen ist von 19.169 im Jahre 2005 auf 3004 im Jahre 2008 und 2467 im Jahre 2011 gesunken.

Geografie: 64.589 Quadratkilometer, EU-Außengrenze mit Russland und Weißrussland.

EU-Mitgliedschaft: Seit 1. Mai 2004.

Politik: Nach dem Rücktritt von Premierminister Valdis Dombrovskis von der liberal-konservativen Partei Einheit (Vienotība, V) wurde Anfang Januar 2014 seine Parteifreundin Laimdota Straujuma mit der Regierungsbildung beauftragt. Dombrovskis hatte eine Koalition seiner Partei mit der gemäßigt rechten Reformpartei (Reformu partija, RP, ehemals Zatlera Reformu partija) und der rechten Nationalen Allianz (Nacionālā apvienība, NA) angeführt. Straujuma wird zusätzlich voraussichtlich auch die Union der Grünen und Bauern (Zaļo un Zemnieku savienība, ZZS) mit ins Boot holen. Bei den Wahlen im September 2011 erhielt die RP 22 von 100, V 20, die Nationale Allianz 14 und die ZZS 13 Sitze. Die sozialdemokratische Oppositionspartei Harmonie-Zentrum (Saskaņas Centrs, SC) errang 31. Lettland ist am 1. Januar 2014 das 18. Land der Euro-Zone geworden.

Religionen: 23 % katholisch, 20 % lutheranisch, 17 % orthodox, sehr kleine jüdische und muslimische Minderheiten.

Flüchtlinge: 2010 gab es in Lettland nur 68 anerkannte Flüchtlinge. Mitte 2013 zählte der UNHCR 150 anerkannte Flüchtlinge, 157 Antragstellungen und 280.759 Staatenlose (siehe nationale Minderheiten). Nach Angaben der Regierung wurden 2009 52 und 2010 61 Asylsuchende registriert, wobei es sich vermutlich um die Zahl der Erstanträge handelt. Anerkannt wurden 2009 fünf und 2010 sieben Flüchtlinge. Ersatzweiser Schutz („subsidiary protection“) wurde 2009 sechs und 2010 18 Personen zugesprochen. Letzteres bedeutet eine Aufenthaltserlaubnis für ein Jahr, die verlängert werden kann, das Recht, eine Arbeit aufzunehmen, finanzielle Unterstützung im Falle von Arbeitslosigkeit für den Zeitraum von neun Monaten und das Recht auf Familienzusammenführung nach zwei Jahren Aufenthalt mit Duldung.

Für Lettland gilt wie für die anderen baltischen Staaten und Polen, dass die Regeln der Dublin-Verordnung Flüchtlinge wider Willen dazu zwingen können, einen Asylantrag zu stellen. (Siehe auch die Länderinformation zu Polen und Litauen.)

Einwanderung: Lettland hatte in den letzten beiden Jahrzehnten eine stark negative Wanderungsbilanz. Einwanderung ist minimal: 2010 wurden 2212 Arbeitserlaubnisse ausgegeben, 2011 waren es 2443. Die derzeitige Regierung hat erklärter Maßen kein Interesse an Einwanderung von Arbeitskräften. 2011 wurden Geldstrafen für LettInnen eingeführt, die Personen ohne Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis beschäftigen. Im gleichen Jahr wurden 1230 Personen an der Grenze abgewiesen, meist, weil ihre Reisedokumente gefälscht gewesen seien, wie es in einem offiziellen Bericht an die EU heißt.

Die Zahl der inhaftierten Illegalisierten sei von 307 Personen im Jahre 2005 auf 130 sechs Jahre später zurückgegangen. Die Betroffenen kämen meist aus Russland, Weißrussland oder der Ukraine. Zur Vorbereitung der Abschiebung können Personen bis zu sechs Monate in Haft genommen werden. Die zulässige Frist erweitert sich um weitere zwölf Monate, wenn keine gültigen Reisedokumente vorliegen. Die Zahl der Ausweisungen und Abschiebungen hat nach offiziellen Angaben bis 2010 einschließlich jeweils einige wenige hundert pro Jahr betragen. Neuere Zahlen liegen nicht vor.

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