EinwohnerInnen: 80,5 Millionen, 7,7 % AusländerInnen.

Nationale Minderheiten: Dänen, Sorben, Sinti und Friesen sind auf Ebene der Bundesländer als Minderheiten mit bestimmten Rechten anerkannt.

15 Millionen Menschen haben einen sogenannten Migrationshintergrund, das heißt, sie selbst oder mindestens ein Elternteil wurde im Ausland geboren oder hatte bei ihrer Geburt nicht die deustche Staatsbürgerschaft.

Geografie: 357.121 Quadratkilometer. EU-Außengrenze mit der Schweiz.

EU-Mitgliedschaft: Gründungsmitglied.

Politik: Seit November 2013 führt Bundeskanzlerin Angela Merkel von der Christdemokratischen Union (CDU) eine Koalition mit der bayerischen Christlich-Sozialen Union (CSU) und der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD). Bei den Wahlen im September 2013 hatte die CDU/CSU 311 und die SPD 193 von insgesamt 631 Sitzen errungen. Größte Oppositionspartei ist die sozialistischen Partei "Die Linke" mit 64 Abgeordneten. Bündnis 90/Die Grünen erhielt 63 Sitze.

Religionen: Jeweils 29 % katholisch und Mitglieder der Evangelisch-Lutherischen Landeskirchen, 3,9 % muslisch, 1,9 % orthodox, 0,2 % jüdisch. Kleine Gruppen anderer christlicher Glaubensbekenntnisse.

Flüchtlinge: In letzter Zeit ist die Zahl der Deutschland erreichenden Flüchtlinge wieder deutlich angestiegen. 2012 wurden rund 127.000 Anträge auf Asyl gestellt wovon 109.580 Erstanträge waren. Im gleichen Jahr wurden 81.000 Entscheidungen getroffen. Knapp 30.000 wurden nur formal behandelt, das heißt, oft wegen der Zuständigkeit eines anderen EU-Landes abgelehnt. In rund 11.300 Fällen wurde Asyl, in weiteren etwa 9.200 ersatzweiser (subsidiärer) Schutz gewährt.

Daraus ergibt sich eine Anerkennungsquote von rund 40 Prozent. Bundesinnenminister Thomas de Maizière sprach hingegen bei der Vorstellung der neuesten Zahlen von einer Anerkennungsquote von 14 Prozent, vermutlich um den Eindruck zu erwecken, dass der allergrößte Teil der Asylanträge unbegründet sei. Die Aussagen des Ministers sind vor dem Hintergrund der Stimmungsmache rassistischer Gruppen in verschiedenen Städten gegen neueingerichtete Behelfsunterkünfte für Flüchtlinge zu sehen.

2011 wurden aus Deutschland knapp 8.000 Menschen abgeschoben, berichtet der Flüchtlingsrat Baden-Württemberg. Davon war allerdings nur ein Teil vorher als Asylbewerber oder Asylbewerberin abgelehnt worden. Betroffen seien „insbesondere Menschen aus Serbien, der Türkei, dem Kosovo und Mazedonien. Fast jede fünfte Person, die zur Abschiebung ins Kosovo angemeldet wurde, lebte länger als zwölf Jahre in Deutschland – hinzu kommen Kinder unter zwölf Jahren, die hier nicht selten schon geboren sind. Diese traurige Bilanz zeigt die besonders in einigen Bundesländern wenig ausgeprägte Bereitschaft, bei Menschen, die schon lange hier leben, von einer Abschiebung abzusehen geschweige denn, ihnen ein humanitäres Aufenthaltsrecht zu erteilen. Im Gegenteil kam es auch im Jahr 2011 immer wieder zu überfallartigen Nacht- und Nebelabschiebungen von jahrelang ansässigen Flüchtlingsfamilien, die bei der örtlichen Bevölkerung einen Aufschrei der Empörung auslösten.“

Ein Teil der Abgeschobenen saß zuvor in Abschiebehaft, zum Teil über mehrere Monate. Ulla Jelpke, Bundestagsabgeordnete der Linkspartei, geht davon aus, dass es bei der Anordnung von Abschiebehaft in den letzten Jahren in Deutschland zu hunderten, wenn nicht gar zu tausenden Rechtsverstößen gekommen sei. Das schließt sie aus den Angaben des Rechtsanwalts Peter Fahlbusch der vielfach Abschiebehäftlinge vertreten hat. Von 2002 bis 2013 habe er in 868 Fällen im Auftrag seiner Mandanten gegen Abschiebehaft geklagt und in 421 Fällen Recht bekommen. Unklar ist, inwieweit diese Zahlen repräsentativ sind, denn die Bundesregierung sah sich außerstande, auf eine Anfrage der Abgeordneten entsprechende Statistiken vorzulegen. Jelpke kritisiert zugleich, dass die verbreitete Praxis, Ausgewiesene mit unbefristeten Wiedereinreisesperren zu belegen, gegen EU-Recht verstoßen würde. Das der Europäische Gerichtshof im September 2013 entschieden. Fast eine halbe Million Menschen seien betroffen.

Einwanderung: Die deutsche Wanderungsbilanz war seit etwa 1956 meist positiv, unterbrochen von vier kurzen Perioden, in denen die Abwanderung überwog. Die Zahlen von Zu- und Abwanderung schwanken allerdings stark. In letzter Zeit gab es wieder einen verstärkten Zuzug. 2012 kamen zum Beispiel 1.081.000 Personen nach Deutschland, darunter 115.000 deutsche Staatsbürger. Zugleich zogen 712.000 Personen fort. Das macht einen Überschuss von 369.000. Das Bevölkerungswachstum hat allerdings nur etwa 200.000 betragen, da die Zahl der Sterbefälle die der Geburten wie schon seit Jahren weit überstieg.

Der Mikrosensus 2012 hat 10,9 Millionen Personen gezählt, die nach 1949 zuwanderten. Allerdings sind die Daten ungenau, weil sie auf Fortschreibung der Volkszählung von 1987 und dem DDR-Melderegister von 1990 beruhen. Eine 2011 durchgeführteVolkszählung ergab 10,2 Millionen Migranten. Noch größer sind die Abweichungen bei der Zahl der Ausländer und der Anteile der Religionsgemeinschaften. Entsprechende Angaben für Deutschland variieren daher je nach Quelle. Unter anderem ergab die Volkszählung, dass in Deutschland eine Million weniger Ausländer leben, als zuvor lange angenommen worden war.

Die größte Gruppe der in Deutschland lebenden Eingewanderten stellen mit derzeit rund 1,6 Millionen noch immer BürgerInnen der Türkei dar. Allerdings ist die Wanderungsbilanz bereits seit einigen Jahren negativ. Die größte Gruppe unter den Neuzugängen stellen hingegen die Polen dar.